Green Petfood ist die Marke für alternative Proteinquellen: Statt Rind, Huhn oder Lamm stehen Insektenprotein und vegetarische Rezepturen im Sortiment. Für Hunde mit Futtermittelunverträglichkeit ist das interessant, weil ein Immunsystem nur auf Eiweiße reagieren kann, die es bereits kennt, und Insektenprotein für fast jeden Hund neu ist.
Eine neue Proteinquelle ersetzt aber keine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät.
Wofür Green Petfood steht
Green Petfood gehört zur Unternehmensgruppe hinter Josera und ist als eigene Marke für alternative Proteinkonzepte aufgestellt. Während das Mutterhaus klassische Fleischrezepturen abdeckt, beschäftigt sich Green Petfood mit der Frage, welche Eiweißquellen jenseits von Rind, Huhn und Lamm für Hunde funktionieren. Herausgekommen sind zwei Ansätze: Insektenprotein und vegetarische Rezepturen.
Beide Konzepte haben zwei Zielgruppen, die sich zufällig überschneiden. Die eine sucht eine Antwort auf Futtermittelunverträglichkeiten, die andere eine ressourcenschonende Fütterung. Das ist ungewöhnlich, denn die meisten Marken bedienen entweder das Gesundheits- oder das Nachhaltigkeitsmotiv. Eine Einordnung gegenüber anderen Herstellern gibt unser Vergleich der Hundefutter-Marken.
Warum Insektenprotein bei Unverträglichkeit interessant ist
Eine Futtermittelallergie ist eine Fehlreaktion des Immunsystems auf ein Eiweiß, das der Hund bereits kennt. Der Körper hat das Protein irgendwann als Bedrohung eingeordnet und reagiert seitdem bei jedem Kontakt, typischerweise mit Juckreiz, geröteter Haut zwischen den Zehen, wiederkehrenden Ohrentzündungen oder weichem Kot.
Daraus folgt der entscheidende Punkt: Ein Immunsystem kann nur auf Bekanntes reagieren. Ein Eiweiß, mit dem der Hund noch nie Kontakt hatte, löst zunächst keine Reaktion aus. In der Tiermedizin heißt das Prinzip neue Proteinquelle, und genau darauf zielt InsectDog. Rind und Huhn stecken in nahezu jedem Standardfutter und in den meisten Leckerlis, Insektenprotein dagegen in fast keinem. Für den durchschnittlichen Hund ist es damit die konsequenteste neue Proteinquelle, die derzeit im Handel verfügbar ist. Klassische Alternativen wie Pferd, Känguru oder Ziege sind ebenfalls selten, aber vielen Hunden über Leckerlis oder frühere Futter doch schon einmal begegnet.
Als Rohstoff dienen Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Das ist für viele Halter gewöhnungsbedürftig, für den Hund aber unproblematisch: Insekten liefern hochwertiges tierisches Eiweiß mitsamt der nötigen Aminosäuren.
Was InsectDog Hypoallergen ausmacht
Der entscheidende Zusatz auf der Packung ist nicht das Wort hypoallergen, sondern die Angabe, dass Insektenprotein die einzige tierische Eiweißquelle ist. Eine solche monotierische Rezeptur macht die Kontrolle überhaupt erst möglich, denn sobald zwei oder drei Fleischsorten enthalten sind, lässt sich ein Auslöser nicht mehr sauber eingrenzen.
Dazu kommt: Die Rezeptur ist getreidefrei. Getreide ist zwar deutlich seltener Auslöser einer Allergie als tierisches Eiweiß, für Halter, die es bewusst meiden möchten, ist das aber ein Argument. Und je kürzer die Zutatenliste insgesamt, desto weniger mögliche Auslöser stehen im Napf.
Prüfen Sie beim Kauf trotzdem selbst die Zutatenliste auf der Packung. Achten Sie darauf, dass keine weiteren tierischen Bestandteile aufgeführt sind und dass keine Sammelbegriffe wie tierische Nebenerzeugnisse auftauchen, hinter denen sich mehrere Tierarten verbergen können.
Wichtig ist außerdem die Angabe Alleinfuttermittel. Nur ein Alleinfutter deckt den kompletten Nährstoffbedarf ab und kann dauerhaft als einzige Mahlzeit gefüttert werden. Ein Ergänzungsfuttermittel ist dafür nicht gedacht und würde bei alleiniger Fütterung über Wochen zu Unterversorgung führen, gerade in einer Ausschlussdiät, in der es keine zweite Quelle gibt.
Der Nachhaltigkeitsvorteil gegenüber Rind
Rindfleisch ist unter den gängigen Proteinquellen die aufwendigste. Ein Rind braucht Weide- oder Ackerfläche für sein Futter, große Mengen Wasser, es wächst langsam und gibt nur einen kleinen Teil der aufgenommenen Energie als essbares Eiweiß weiter. Zusätzlich entsteht bei der Verdauung von Wiederkäuern Methan.
Insektenlarven kehren fast jeden dieser Punkte um. Sie werden in Ställen auf sehr kleiner Fläche gehalten, wachsen innerhalb weniger Wochen heran, benötigen kaum Trinkwasser und lassen sich mit pflanzlichen Reststoffen füttern, die für die menschliche Ernährung nicht mehr infrage kommen. Je Kilo gewonnenem Protein fallen damit deutlich weniger Fläche, Wasser und Futtermittel an als bei Rind. Wer die Umweltbilanz der Hundeernährung verbessern möchte, hat mit dem Wechsel der Proteinquelle den größten Hebel in der Hand, größer als bei Verpackung oder Transportweg.
Die ehrliche Grenze: kein Ersatz für die Ausschlussdiät
Insektenprotein ist ein guter Kandidat für eine Ausschlussdiät, aber es ist nicht die Ausschlussdiät. Der Unterschied liegt im Verfahren, nicht im Futter.
Eine Ausschlussdiät bedeutet, dass Ihr Hund über mehrere Wochen ausschließlich eine einzige Proteinquelle bekommt: kein Leckerli, kein Kauartikel, keine Essensreste, keine aromatisierte Tablette, nichts vom Nachbarn. Danach werden einzelne Proteinquellen gezielt wieder eingeführt, um den Auslöser zu identifizieren. Dieser Ablauf gehört in die Tierarztpraxis, weil Juckreiz und Durchfall auch von Parasiten, Umweltallergien oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts kommen können. Wird darauf verzichtet, füttert man womöglich monatelang ein teures Futter, während die eigentliche Ursache unbehandelt bleibt. Wie der Ablauf konkret aussieht, beschreibt der Ratgeber zur Futtermittelallergie beim Hund. Der zweite mögliche Weg ist ein Diätfutter mit hydrolysiertem Protein, wie es Royal Canin in der Veterinary-Schiene anbietet.
Akzeptanz und Umstellung
Insektenprotein riecht anders als Fleisch, und manche Hunde brauchen ein paar Tage, bis sie es annehmen. Planen Sie deshalb eine Umstellung über sieben Tage: zwei Tage ein Viertel neues Futter im alten, zwei Tage die Hälfte, zwei Tage drei Viertel, ab Tag sieben nur noch das neue.
Zwei Hinweise aus der Praxis: Weichen Sie die Kroketten nicht mit Brühe oder Nassfutter auf, wenn Sie eine Ausschlussdiät fahren, denn damit bringen Sie genau die Proteine wieder ins Spiel, die Sie ausschließen wollen. Und stellen Sie parallel die Leckerlis um, sonst ist die Diät bereits am ersten Tag durchbrochen. Die passende Tagesmenge ermitteln Sie mit unserem Ratgeber zur Futtermenge für Hunde.
Für wen die Marke passt
Green Petfood ist die richtige Wahl, wenn Ihr Hund auf gängige Fleischsorten reagiert und Sie mit Ihrer Tierarztpraxis eine neue Proteinquelle ausprobieren wollen, oder wenn Sie die ökologische Bilanz der Fütterung bewusst senken möchten. Weniger passend ist die Marke für den unkomplizierten Alltagshund ohne Beschwerden, denn dort zahlen Sie einen Aufpreis für eine Eigenschaft, die Ihr Hund nicht braucht. In diesem Fall reicht ein solides Alltagsfutter, wie es unser Vergleich von Discounter- und Markenfutter und die Auswahl in der Kategorie Hundefutter zeigen.