Training
Welpen-Trainingsplan: Welpenerziehung Woche für Woche
Ein guter Welpen-Trainingsplan besteht aus wenigen Minuten Üben mehrmals am Tag, viel Schlaf und einem festen Rhythmus. In den ersten Wochen stehen Stubenreinheit, Name, Leine und neue Eindrücke im Mittelpunkt, danach folgen Rückruf, Sitz und kurzes Alleinbleiben. Der Plan unten zeigt die Reihenfolge, das Tempo bestimmt dein Welpe.
Aktualisiert am 06.11.2026 · 7 Min. Lesezeit
Der 8-Wochen-Trainingsplan für Welpen auf einen Blick
Der Plan beginnt mit dem Einzug. Die Altersangaben gehen von einem Welpen aus, der mit etwas über acht Wochen zu dir kommt, denn nach der Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst dann vom Muttertier getrennt werden. Der Plan ist ein Leitfaden und keine Norm. Rassen und Typen entwickeln sich unterschiedlich schnell.
| Woche nach Einzug | Schwerpunkt | Das übst du |
|---|---|---|
| Woche 1 bis 2 (ca. 9. bis 10. Lebenswoche) | Ankommen und Vertrauen | Rhythmus, Stubenreinheit, Name, Schlafplatz, Halsband oder Geschirr anlegen |
| Woche 3 bis 4 (ca. 11. bis 12. Lebenswoche) | Neue Eindrücke | Menschen, Untergründe, Geräusche in kleinen Dosen, Leine laufen in der Wohnung, Beißhemmung |
| Woche 5 bis 6 (ca. 13. bis 14. Lebenswoche) | Erste Signale | Rückruf im Haus, Sitz, Tauschen, Ablenkung gering halten, kurze Trennungen |
| Woche 7 bis 8 (ca. 15. bis 16. Lebenswoche) | Festigen im Alltag | Signale draußen, ruhiges Warten, Pfoten und Ohren anfassen, Besuch begrüßen |
| Ab dem 5. Lebensmonat | Junghund vorbereiten | Ablenkung steigern, Leinenführigkeit ausbauen, Grunderziehung wiederholen |
Ab wann beginnt die Welpenerziehung?
Ab dem ersten Tag, denn dein Welpe lernt immer, auch ohne Übung. Die Basics der Welpenerziehung legen den Grundstein für einen entspannten Junghund: Routine, klare Regeln und ein vertrauensvoller Umgang. Sie bedeuten aber keinen strengen Stundenplan. Passe den Plan an das neue Familienmitglied an, denn ein Vierbeiner aus dem Tierschutz, ein sensibler Welpe und ein Draufgänger brauchen verschiedene Tempi.
In den ersten Lebenswochen hat die Züchterin oder der Züchter schon viel vorbereitet. Dein Teil beginnt, wenn dein Welpe sein gewohntes Umfeld verlässt. Für ihn ist alles eine neue Umgebung, in der er erst einmal sicher werden soll. Wer Welpen von Anfang an ruhig begleitet, lässt sie entspannt aufwachsen. Hundehalter, die in den ersten Tagen wenig wollen, gewinnen später am meisten. So wächst ein harmonisches Miteinander, statt dass du unerwünschtes Verhalten mühsam abgewöhnen musst.
Wie oft und wie lange solltest du trainieren?
Für Welpen und Junghunde gilt: lieber häufig und kurz. Ein Welpe lernt besser in mehreren Mini-Einheiten von wenigen Minuten als in einer langen Stunde, und vieles passiert nebenbei: beim Füttern, beim Gassi, beim Warten an der Tür. Beende eine Übung, solange es noch klappt.
Schlaf gehört zum Plan. Ein Handbuch der Vetmeduni Wien nennt für Welpen ein Ruhe- und Schlafbedürfnis von rund 20 Stunden am Tag und warnt, dass ein zu straffes Sozialisierungsprogramm genau diesen Schlaf nimmt. Ist dein Welpe überdreht, braucht er meist kein Training, sondern Ruhe.
Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt für Welpen bis zu einem Alter von 20 Wochen außerdem mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson pro Tag vor. Plane die ersten Monate also auch beruflich ein.
Woche 1 bis 2: Grundlagen der Welpenerziehung
Dein Welpe ist gerade eingezogen und muss zuerst ankommen. Feste Zeiten für Futter, Lösen, Spiel und Schlaf geben ihm Sicherheit. Die Welpen-Erziehung beginnt mit dem ersten Tag, nur nicht mit Prüfungssituationen.
- Stubenreinheit: nach dem Schlafen, Fressen und Spielen rausgehen. Unser Beitrag Welpe stubenrein erklärt den Rhythmus.
- Name: sagen, belohnen, wenn er schaut. Mehr muss dein Welpe in den ersten Tagen nicht können.
- Ruheplatz: Ein fester Schlafplatz gibt deinem Vierbeiner Sicherheit und hilft beim Runterkommen.
- Bindung: Lass ihn dir folgen, statt ihn zu bedrängen.
- Leine anlegen: Geschirr kurz anziehen, belohnen, wieder ausziehen.
Woche 3 bis 4: Sozialisierung und Beißhemmung
Laut VDH reicht die Sozialisierungsphase je nach Rasse bis zur 12. oder 14. Lebenswoche. Zeig deinem Welpen deshalb Menschen, Autos, Fahrräder, Treppen und andere Hunde, aber immer dosiert. Der VDH warnt vor Reizüberflutung, die zu Ruhelosigkeit führen kann. Ein neuer Eindruck pro Tag genügt.
Welpen beißen im Spiel. Wird es zu fest, unterbrich das Spiel kurz und biete Spielzeug an, statt zu schimpfen. Eine gute Welpenschule oder Welpenstunde hilft beim Kontakt zu anderen Welpen, wenn die Gruppe klein bleibt und die Trainer im Spiel eingreifen. Das kann kein Onlinekurs ersetzen.
Woche 5 bis 6: erste Kommandos beibringen
Jetzt kommen die ersten Signale. Baue sie ohne Ablenkung auf und belohne mit kleinen Leckerlis oder Spiel. Ein Clicker kann das Timing erleichtern, siehe Clicker und Trainingspfeifen.
- Rückruf: Im Haus beginnen, Signal nur geben, wenn dein Welpe ohnehin kommt. Die Anleitung steht bei Rückruf trainieren.
- Sitz: Mit Futter locken, Signal später hinzufügen.
- Aus und Tauschen: Etwas Gutes gegen etwas Besseres tauschen.
- Alleine bleiben: Erst kurz aus dem Raum gehen und wiederkommen. Der Ablauf steht bei Alleinbleiben üben.
Woche 7 bis 8: Leinenführigkeit und Alltag
Mit vier Monaten ist dein Hund noch kein Junghund, aber er wird mutiger. Nimm die bekannten Signale jetzt mit nach draußen und mach sie dort zunächst wieder leichter. Beim Leine laufen belohnst du jeden lockeren Moment. Zieht dein Welpe, bleib stehen. Die Details stehen unter Leinenführigkeit üben.
Übe auch Dinge, die später Stress sparen: Pfoten anfassen, ins Maul schauen, ruhig warten, Besuch ohne Anspringen begrüßen. Bei letzterem hilft Hund springt an.
Welche Kommandos solltest du deinem Welpen wann beibringen?
Was du Welpen beibringen willst, ergibt sich aus dem Alltag, nicht aus einer Liste. Jedes Kommando sollte im Leben deines jungen Hundes einen Sinn haben. Die Reihenfolge ist wichtiger als der genaue Tag. Ein Welpe, der drei Monate alt ist, muss noch nichts perfekt können. Nimm die Tabelle als Hilfe, um Welpen gezielt zu fördern, ohne sie zu überfordern.
| Signal | Sinnvoller Start | Ziel zunächst |
|---|---|---|
| Name | Erster Tag | Welpe schaut dich an |
| Rückruf (Hier) | Woche 1 bis 2 im Haus | Kommt freudig in ablenkungsarmer Umgebung |
| Sitz | Woche 3 bis 5 | Setzt sich auf Handzeichen, später auf das Kommando „Sitz“ |
| Platz | Woche 5 bis 7 | Legt sich kurz ab |
| Aus und Tauschen | Woche 3 bis 6 | Gibt Spielzeug gegen Futter her |
| Warten | Woche 5 bis 8 | Bleibt wenige Sekunden ruhig |
| Auf die Decke | Woche 5 bis 8 | Geht auf den Ruheplatz |
Welpen lernen über Wiederholung und Erfolg. Das A und O ist, das Kommando erst dann zu benutzen, wenn dein Welpe das Verhalten schon zeigt. Sonst lernt er nur, dass das Kommando nichts bedeutet. So lernen Hunde auch, ein Kommando in verschiedenen Umgebungen auszuführen: Übe es erst im Wohnzimmer, dann im Garten und später auf der Straße. Nach und nach kannst du Dauer, Abstand und Ablenkung anpassen, aber nie alles zugleich. So baust du Schritt für Schritt einen gut erzogenen Hund auf.
Welpe zieht an der Leine oder beißt: was jetzt?
Dass ein Welpe zieht, ist normal, er kennt die Leine ja erst seit Tagen. Geh langsam, halte die Strecke kurz und lass ihn in Ruhe schnüffeln. Ruckartiges Ziehen an der Leine bringt nichts und belastet den kleinen Körper. Am besten nutzt du anfangs ein gut sitzendes Geschirr, wie es unsere Auswahl für sicheres Führen zeigt. Praktisch für unterwegs ist ein Leckerlibeutel, damit du Leckerchen schnell griffbereit hast.
Beißt dein Welpe in Hosenbein oder Hände, ist er oft müde oder überreizt. Biete ein Kauspielzeug an und schick ihn zum Schlafen. Kommt das Verhalten immer in derselben Situation, ändere die Situation, nicht nur die Reaktion. Hundebesitzer sparen sich so viel Ärger, weil das Verhalten gar nicht erst zur Gewohnheit wird.
Beispiel für einen Trainingstag
| Tageszeit | Was passiert |
|---|---|
| Morgens | Lösen, Frühstück, 2 bis 3 Minuten Name und Rückruf in der Wohnung, Schlaf |
| Vormittags | Kurzer Ausflug zum Schauen und Schnüffeln, Lösen, Schlaf |
| Mittags | Lösen, Futter aus der Hand für Sitz, Schlaf |
| Nachmittags | Spiel, eine neue Erfahrung, Leine in Ruhe üben, Schlaf |
| Abends | Lösen, Futter, ruhiges Kuscheln, letzte Runde |
Häufige Fehler beim Training für Welpen
- Zu viel auf einmal: Wochenende mit Café, Stadt und Besuch überfordern.
- Zu wenig Schlaf: Überdrehte Welpen beißen mehr und lernen schlechter.
- Zu schnell steigern: Klappt es drinnen, klappt es nicht automatisch draußen.
- Bestrafen: Schimpfen zerstört Vertrauen und erklärt nichts. Ein Welpe soll lernen, was sich lohnt.
- Keine Regeln: Was beim Junghund verboten sein soll, gewöhnst du besser gar nicht erst an.
Unsicher, ob etwas noch normal ist? Viele Fehler der Hundeerziehung beginnen früh, hilfreich sind deshalb die 7 häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung. Bei Angst vor Geräuschen oder Menschen lies Hund hat Angst.
Fertiger Videokurs: Welpenzeit von Stephanie Ruge
Wenn du lieber nach Videoanleitung übst, bietet sich der Kurs Welpenzeit* an. Stephanie Ruge wirbt mit 35 Jahren Berufserfahrung als Hundetrainerin und laut Seite über 2.100 Welpenbesitzern, die das Training angewendet haben. Die Module reichen von Züchterwahl und Erstausstattung über Beißhemmung, Zahnwechsel und Welpen und Kinder bis zu Stubenreinheit, Sitz, Platz, Hier, Aus, Alleinlassen, Freilauf und Leinenführigkeit. Dazu kommt ein Bonus zum Reizangel-Training.
- Preis (geprüft am 06.11.2026): 97 Euro einmalig, Abwicklung über Digistore24
- Dafür: kein Abo, Videos auf Smartphone, Tablet und PC, Themen vom Einzug bis zum Grundgehorsam
- Dagegen: Die Verkaufsseite nennt weder Stundenzahl noch Dauer des Zugangs, und von persönlicher Betreuung ist nicht die Rede. Eine unabhängige Bewertung haben wir nicht gefunden, die Kundenstimmen stammen vom Anbieter. Wir haben den Kurs nicht selbst durchgearbeitet.
Ein Kurs bleibt Ergänzung zur Hundeschule. Dein Welpe braucht zusätzlich Kontakt zu anderen Hunden. Hundehalter, die mehr Themen oder Betreuung möchten, finden Alternativen wie die Welpenkurse von mydog365 und hundetraining.me in unserem Vergleich Online-Hundeschule.
Quellen
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit dem Welpentraining beginnen?
Am ersten Tag, aber spielerisch. Am Anfang geht es um Rhythmus, Name und Vertrauen, nicht um perfekte Kommandos.
Wie sieht ein Trainingsplan für Welpen aus?
Er ordnet die Themen nach Wochen: erst Ankommen und Stubenreinheit, dann Sozialisierung, danach erste Signale und zuletzt das Üben im Alltag. Die Einheiten dauern nur wenige Minuten und finden mehrmals am Tag statt.
Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?
Ein Handbuch der Vetmeduni Wien nennt rund 20 Stunden Ruhe und Schlaf am Tag. Plane deshalb nach jeder Übung eine Pause ein.
Was sollte ein Welpe zuerst lernen?
Zuerst seinen Namen, die Stubenreinheit und das ruhige Schlafen an einem festen Platz. Rückruf, Sitz und Leinenlaufen folgen, sobald er sich eingewöhnt hat.
Wie lange dauert es, bis ein Welpe ein Kommando kann?
Das hängt von Alter, Typ und Ablenkung ab. Zu Hause klappt ein Kommando oft schon nach wenigen Tagen, zuverlässig in neuen Umgebungen wird es erst nach Wochen und Monaten.
Brauche ich eine Welpenschule?
Sie ist keine Pflicht, aber sehr hilfreich, wenn die Gruppe klein ist und die Trainer das Spiel begleiten. Der Kontakt zu anderen Welpen lässt sich online nicht ersetzen.